Donnerstag, 17. Juni 2010

3. Rundbrief

Nachdem wir in unseren vorherigen Rundbriefen immer ein Thema vorgegeben hatten, darf ich mich in diesem Rundbrief austoben und über ein Thema meiner Wahl schreiben. Eigentlich liegen mir, nach nun einem dreiviertel Jahr, ziemlich viele Thema auf dem Herzen, jedoch gib es ein Thema mit dem ich auf Grund meines Projektes immer wieder konfrontiert werde, und dass sind „ Behinderte Menschen in Nicaragua“.


Immer wieder habe ich das Gefühl dass es in Nicaragua mehr behinderte Menschen als in Deutschland gibt. Eine richtige Erklärung habe ich dafür nicht, aber es könnte daran liegen dass ich so gut wie jeden Tag mit den Kinder in meinem Projekt zu tun
habe und so eine offeneres Auge entwickelt habe.
Tatsächlich könnte es aber auch daran liegen dass es tatsächlich mehr Menschen gibt die eine körperlich und geistige Einschränkung haben. Die Gründe dafür liegen wahrscheinlich Tiefer , doch ich versuche ein paar Beispiele zu nennen wie es zu meiner Vermutung kommt. Viele Menschen in Nicaragua haben kein Geld um sich teuer Behandlungen oder ärztliche Eingriff leiten zu können, so kann bei einer Geburt zum Beispiel kein Kaiserschnitt durchgeführt werden oder ein Kind dass mit Wasserkopf zur Welt kommt wird nicht behandelt. Schwere Krankheiten die in Deutschland schon frühzeitig festgestellt werden, kommen in Nicaragua meist erst wenn es schon zu spät ist zum Vorschein.Weitere Gründe sind dass viele Kinder die meiste Zeit auf der Straße verbringen und nicht selten in Kontakt mit Drogen kommen, ein großes Problem ist das Kleber schnüffeln was die Kinder oft geistlich total ruiniert.Außerdem habe ich von zwei Fällen gehört, wo es durch einen alkoholisierten Vater öfter zu harter Gewalt in den Familien kam so das Frau und Kinder geschlagen wurden, bei den Kindern war die Folge dass sie durch Schläge auf den Kopf geistig Behindert sind oder durch Verstümmlung des Genitalbereich unfruchtbar wurden. Blinde Menschen gibt es vermehrt in kleinen Dörfern auf dem Land, da dort Inzucht keine Seltenheit ist und diese sich oft auf die Augen der daraus resultierenden Kinder auswirkt. Bei Erwachsenen kommt es öfter zu Arbeitsunfällen als in Deutschland, da mehr Menschen körperliche Arbeiten voll richten und es keine klaren Gesetze für Arbeitsbedingungen gibt. In meiner Schule, der einzigen öffentlichen Schule in Matagalpa für behinderte Kinder oder „ninos especiales“ wie sie hier genannt werden, wurde mir erzählt dass behinderte Menschen oft nicht so eine große Aufmerksamkeit genießen würden und kein gesellschaftliches Ansehen hätten. Doch habe ich viele Dinge erlebt die diese Aussage widerlegen. Oft habe ich in meiner Schule erlebt wie die gesunden Kindern den kranken Kinder helfen und sich genauso Freundschaft bilden wie an jeder anderen Schule in Nicaragua auch. Manchmal habe ich das Gefühl dass die Kinder noch mehr integriert sind wie in Deutschland. Oliver, der blinde Junge mit dem ich Arbeite, wird oft von anderen Kindern über den Schulhof geführt und bekommt von seinen Freunden Dinge gezeigt die er normalerweise nicht wahrnehmen könnte. Ein anderer Junge der im Rollstuhl sitzt wird quer durch die ganze Schule gefahren und ist alles andere als ausgeschlossen. Ein besonders beeindruckendes Erlebnis für mich war eine Parade für alle Schulen der Stadt an der auch meine Schule teilnahm. Lange hatten wir uns auf dieses Ereignis vorbereitet und zogen mit Plakaten durch die Straßen um unsere Schule zu repräsentieren. Für die Parade hatte ich ein T-Shirt der Schule geschenkt bekommen und durfte mit jeweils einem Behinderten Kind an jeder Hand mitgehen. Für die vielen Leute die am Rand standen und zuschauten muss ich wohl wie ein riesiger Baum gewirkt haben der aus dem ganzen kleinen Chaos auf der Erde herausragt. Jedenfalls war ich überrascht dass wir die einzige Schule waren die von Passanten am Rand beklatscht wurden um den Kinder eine Art von zu Respekt zu zeigen. In diesem Moment wurde mir klar dass die Leute, nicht wie mir vorher gesagt wurde, gegen behinderte Menschen sind, sondern dass sie auch hier als Teil der Gesellschaft angesehen werden.

Bei den Eltern der Kinder meiner Schule gibt es wie in Deutschland große Unterschiede. Es gibt die Eltern die sich um ihre Kinder kümmern und die die ihre Kinder mehr oder weniger sich alleine überlassen. Jedoch denke ich dass Eltern es schwerer als in Deutschland haben. Es gibt viele Hindernisse die es nicht einfacher machen. So schiebt zum Beispiel eine Mutter ihren 19 jährigen Sohn, der auch noch groß gewachsen ist, fast durch die ganze Stadt, obwohl die Straßen kaputt sind und es viele Berge gibt. Doch zur Erleichterung vieler baute die Stadt Matagalpa vor ungefähr 3 Monaten überall an die Bürgersteige Rampen für Rollstuhlfahrer.
Ein anderes Problem ist dass viele Menschen kein Auto haben und so muss ein Vater seinen im Rollstuhl sitzenden Sohn immer mit dem Motorrad zu Schule fahren, was eine schwierige und gefährliche Angelegenheit ist.

Manche Eltern sehen zudem keine Perspektive darin ihre Kinder ausbilden zu lassen, da es in Nicaragua ohnehin schon wenig Arbeit gibt und so kaum eine Perspektive besteht. Oliver ist zum Beispiel der einzige blinde Junge in meiner Schule, andere blinde Kinder werden meist gar nicht zur Schule geschickt. Wahrscheinlich wäre es besser wenn es an meiner Schule eine ganze Klasse für Blinde geben würde, da für die Blindenschrift ein ganz anderer Unterricht benötigt wird. Immer wieder ist mir bewusst geworden wenn ich nicht mit Oliver arbeiten würde, würde es keiner machen und so hätte er die Blindenschrift nie gelernt. Zu Hause sitzt er laut der Lehrerin nur herum, erst jetzt hat er mit mir auf dem Schulhof gelernt wie man einen Blindenstock benutzt und kann nun schon selbstständig durch die Schule laufen. Auch in der Schule würde er wohl nur herum sitzen wäre kein Freiwilliger da, die Lehrerin ist meist schon mit den anderen Kinder beschäftigt, die sie in Gruppen aufteilen kann. Oliver passt da leider in keine Gruppe, da eine andere Förderung nötig ist, die er im Moment nur durch mich bekommt. Oft wünsche ich mir dass Oliver's Eltern ihr Kind unterstützen würden, aber meist sitzt er nur
in seinem Wohnzimmer und darf dem Fernseher zuhören, obwohl er ein aufgeweckter Junge ist, der viele Frage an die Welt stellt.

Ein Geschichte die mich sehr zum Nachdenken gebracht hat, war eine Geschichte die in meiner Klasse passiert ist.Luisa ist 22 Jahre und somit älter als ich, sie geht noch zur Schule da sie erst sehr spät eingeschult wurde. Sie hat eine geistige Behinderung und ist ein sehr fröhlicher Mensch, der einem gerne etwas zu erzählen hat. Walter (18 Jahre) ein weiterer Junge meiner Klasse hat auch eine geistige Behinderung und ist eher der ruhige Typ, der trotzdem immer gerne lacht. Walter und Luisa saßen oft nebeneinander und haben miteinander gespielt. Nach länger Zeit wurde auch mir bewusst dass die beiden sich in einander verliebt hatten. Ich erzählte meiner Lehrerin davon und sagte auch wie schön ich es fände dass die beiden sich gefunden hätten.Mit dieser Meinung stand ich wohl alleine da, meine Lehrerin machte mir sofort klar dass sie es nicht toll fände und dass sie schon mit den Eltern gesprochen hätte die das genau so sehen würden. Ich war verunsichert und wusste auch nicht richtig wie es in einem solchen Fall in Deutschland aussehen würde, also sagte ich nichts. Eine Woche nach unserem Gespräch erwischte meine Lehrerin die beiden beim Küssen, sofort wurde der Direktor informiert und Walter nach Hause geschickt. Nach diesem Tag habe ich noch einmal versucht mit meiner Lehrerin zu sprechen, sie hatte Verständnis und lud die Eltern der beiden zu einem Gespräch ein. An dem vereinbarten Termin kam keiner der Eltern, deshalb versuchten wir es mit einem zweiten, doch schon wieder war niemand da. Walter ist nun wieder in der Schule und versteht sich gut mit Luisa, trotzdem wird immer ein Auge auf die beiden geschmissen, zumindest von Seiten der Lehrerin. Was aus den beiden weiter wir weiß ich nicht, aber es sieht nicht gut aus ,im konservativen Matagalpa, für die Beiden. Insgesamt kann ich sagen dass es noch viel zu entwickeln gibt, im Punkt Behinderte, aber ich glaube Nicaragua ist auf einem guten Weg.

Zum Ende noch vielen Dank für die tollen Spenden, die Kinder haben sich sehr gefreut!!

Euer Tim

Dienstag, 13. April 2010

Viele kranke Reisen

Hallo alle zusammen,
lange habe ich nichts auf meinen Blog veröffentlicht, um so mehr gibt es natürlich auch zu Berichten. In diesem Artikel versuche ich deshalb die wichtigsten Ereignisse der letzten zwei Monate zusammen zufassen.

Im Januar hatten wir noch Ferien, in denen wir bis zum Panamakanal gereist sind. Panama City liegt direkt am Kanal und ist mit einer riesigen Skyline eines der Highlights unserer Reise gewesen. Nach dem wir über Costa Rica wieder zurück nach Nicaragua gereist sind, haben Barbara und ich uns darum gekümmert so schnell wie möglich um zuziehen. Da wir ein Haus mit einem wunderschönen Blick über die Stadt und zu allgemein besseren Konditionen gefunden hatten.
Mit Taxis und dem Auto von einem Freund verlief der Umzug schnell. Zwei Tage später bauten wir zusammen mit Barbaras Freund Polo noch eine Wand in unser Apartment um das vorher offene Zimmer von Barbara zu schließen. Dafür dass ich noch nie eine Wand gebaut hatte, ist sie recht stabil und schön geworden. Nun hat jeder sein eigenes geschlossenes Zimmer, wobei mein Zimmer nur ein Bett groß ist. Für die Leute die Harry Potter gelesen haben, es ist ungefähr so groß wie die Kammer unter der Treppe. Nachdem wir erfolgreich im neuen Haus eingezogen waren fing auch schon wieder die Schule an. Jedoch hatte sich so einiges für mich geändert, denn Oliver der blinde Junge hat nun in die Klasse für nur behinderte gewechselt und mein Direktor hielt so wie ich für richtig dass ich ihm in dies Klasse folge. Schon nach kurzer Zeit gefiel es mir in meine neuen Klasse fast besser als in meiner Klasse davor. Da es statt 30 Kindern nur 16 Kinder gibt und so der Unterricht wesentlich ruhiger abläuft.
Mit dem Schulbeginn fingen leider für mich auch schlimmer Zahnschmerzen an, die nach einer Woche immer noch nicht verschwunden waren. Also ging nach langem hadern schließlich doch zum Zahnarzt, der sofort meinte dass meine Weisheitszähnen gezogen werden müssen. Und da ich schlimme Zahnschmerzen hatte und auch noch nicht nach Hause wollte, entschied ich mich mir schon am nächsten Tag alle vier ziehen zu lassen. Schon am nächsten Tag lag ich mit weit geöffnetem Mund auf einem klapperigen Zahnarztstuhl und unter einer noch viel schwächeren Lampe, die das kleine Zimmer in eine düstere Folterkammer verwandelte. Schnell zückte der Henker seine riesengroße Spritze mit einer Flüssigkeit die wie ein Betäubung aussah, jedoch wie Wasser wirkte. So wurde mir dann unter großen Schmerzen, mit einer interessanten Hebeltechnik mein erster Zahn gezogen. Die Schmerzen waren zum Teil so groß dass ich, die Hand aus meinem Mund zog und der „Arzt“ mir noch einmal etwas von der nicht wirkende Flüssigkeit in den Mund spritze, und weiter ging es mit den weiteren drei Zähnen. Nach einer halben Stunde war das Grauen und die schlimmsten Schmerzen meines Lebens vorüber. So machte ich mich blutend und stumm auf den Weg nach Hause. Ja, ich tue wohl alles um die Kinder in meiner Schule zu verstehen erst einen blinden Tag und dann einen Stummen Tag. Zuhause angekommen gab es dann nur Wasser und später Flüssignahrung. Schnell verschwanden die Schmerzen und auch eine Schwellung der Backen war nie vorhanden. Schon nach einer Woche ging es mir wieder vollkommen gut.
Und dass war auch gut so, denn es standen mir fünf Tage mit unserem Organisation Chef (evangelische Kirche im Rheinland) Ralf Ramacher bevor. Ralf schaute sich an verschiedene Tagen unsere Projekte an und wurde von Linas und Vivis Schule mit einem großen Fest empfangen. Die Tage mit Ralf waren schön und schnell vorbei und nach seiner Abreise ging für uns vier ekir Freiwillige auch schon nach Costa Rica zum Zwischenseminar. Wir reisten ca. 2 Tage zu unserem Ziel in Costa Rica, wobei wir eine Nacht in der Hauptstadt San Jose verbrachten, leider konnten von hier aus Vivi und Barbara nicht mehr weiter reisen, da Barabar in der Nacht schlimme Bauchkrämpfe gehabt hatte. So reiste ich fürs erste nur mit Lina aufs Seminar und schon einen Tag später kamen Vivi und Barbara nach. Das Zwischenseminar war einerseits schön und interessant, anderseits langweilig und öde, da der starke Dauerregen die ein oder anderen Tagesplan zerstörte.
Ein interessanter Punkt unseres Seminar war der Besuch einer Ananasfinka, die Riesige Monokulturen in Costa Rica besitzt. Auf dieser Finka wurde uns erklärt wie die Ananas mit Hromen voll gepumpt wird und dass sie statt 3 Jahren nur 1 Jahr zum wachsen braucht. Außerdem sahen wie ein Traktor der gerade seine Abfall von Pestiziden in Fluss entließ. Später fuhren mit einer Organisation die sich gegen diesen Monokulturen einsetzt in die nahe gelegenen Dörfer, hier stieg eine Frau in den Bus die trübe Augen hatte und auch sonst sehr krank aussah. Sie berichtete uns davon wie sehr dass Wasser durch die Monokulturen verseucht sei und dass viel mehr Leute sterben würde seit dem es die Ananas in dieser Region gäbe. Außerdem würden immer mehr behinderte Kinder bekommen, genauso wie die Tiere, da alle auf dass Wasser im Fluss angewiesen sind. Die Frau erzählte uns von Fischen die es einmal im Fluss gegeben haben soll, die aber nun alle ausgestorben sind. Ich persönlich wusste dass es so was gibt, jedoch wirft es noch einmal an anders Licht auf die Sache wenn man so etwas mit eigenen Augen sieht. In Costa Rica müssen Menschen sterben weil wir Norm-Ananas bei uns im Supermarkt liegen haben wollen. Also bitte ich alle aus tiefsten Herzen, bitte kauft nur noch Bio -Ananas oder Bio-Bananen.
Nach der Rückreise vom Seminar kehrte erst einmal wieder Alltag ein, d.h morgens Arbeiten und Mittags Sport oder Sprachkurs. Die Wochenenden verbringe ich meistens in Bars oder fahre in andere Städte. So war ich zum Beispiel ein Wochenende in Granada um Selina eine österreichische Freundin zu besuchen, und ein anders Wochenende in Managua der Hauptstadt um einen Freund aus Nicaragua zu besuchen.
Nach einer Weile war auch schon Ostern, jedoch wird Ostern hier eine Woche lang gefeiert und heißt Semana Santa ( Heilige Woche). Lange hatte ich keinen Plan was ich in der Semana Santa machen sollte, bis am Donnerstag vor dieser Woche mit Janina, einer deutschen Freundin in einer Bar saß und sie mir erählte dass sie noch diese Nacht zur Isla Solintename, eine Inselgruppe im Nicargaua See fahren würde. Spontan entschied ich mitzufahren und so saßen wir um 3 Uhr Morgens im Bus Richtung Managua. Direkt danach stiegen wir in einen Bus nach San Carlos, einer Stadt im Norden des großen Sees. Die Fahrt dauert 8 Stunden und war sehr anstrengend, da auf der Hälfte des Weges die Straße quasi zu Ende war und es nur langsam und mit einem starken ruckeln weiterging. Nach dem wir angekommen waren verbrachten wir eine Nacht in der kleinen Stadt und fuhren am nächsten Tag mit einem kleinen Boot auf die Insel. Jedoch merkte ich schon vor der Fahrt dass ich fast keine Energie mehr in mir hatte und auf der Fahrt stand schließlich fest dass ich Fieber hatte. Und auch auf der Insel verschwand dass Fieber nicht. Wir wohnten im Haus eines Freundes und außer dem Haus dem Bett und dem kleinen Stück See habe ich nicht mehr von der Insel gesehen. Ich lag die kompletten vier Tage mit Fieber im Bett.Es gab keinen Doktor und keine Apotheke, außerdem musste ich auf der Insel bleiben, da es nur zwei Mal die Woche boote von der Insel gibt. Also blieb mir nichts anderes übrig als im Bett zu liegen, ohne zu wissen was ich habe, und zu warten. Als ich nach vier Tagen die Insel verließ ging es mir schon wieder besser nur dass ich langsam einen leichten Ausschlag am ganzen Körper bekam, was darauf hinwies dass ich wahrscheinlich Dengue hatte. Da die Hinfahrt mit dem Bus so schrecklich war, entschieden wir uns mit dem Boot zurück zu fahren. So fuhren wir 10 Stunden mit dem Boot zu Isla de Ometepe und ich am nächsten Tag von dort aus aufs Festland und zurück nach Matagalpa. Leider ist die Semana Santa nicht so toll geworden wie ich sie mir vorgestellt habe, aber mittlerweile geht es mir wieder gut und bald bekomme ich ja auch schon Besuch von meinen Eltern mit denen ich noch einmal ein bisschen herumreisen werde, soweit es mir möglich ist.

Da ich lange nichts mehr auf meinem Blog veröffentlicht habe, musste ich alles etwas verkürzen. Ich hoffe es ist nicht zu konfus geworden!!!

Ich grüße wie immer alle die ich lieb habe und alle die mich lieb haben

Gruß Euer Tim

Donnerstag, 4. März 2010

Unsere neue Wohnung

Vor gut einem Monat sind wir umgezogen in eine Wohnung für den gleichen Preis wie vorher, jedoch mit einem wesentlich besseren Ausblick. Ich würde sagen wir hatten viel Glück. Hier ein paar Fotos von unserem Blick auf der Dachterasse über Matagalpa, bei Tag und Nacht. Außerdem ein Bild von unserem Wohnzimmer und der Küche.







Montag, 15. Februar 2010

Zweiter Rundbrief

Mittlerweile ist ein halbes Jahr vergangen und somit habe ich nun auch schon meine großen Ferien hinter mir. Die längsten Ferien in Nicaragua dauern zwei Monate, von Dezember bis Januar, und nach ihnen beginnt für Kinder und Lehrer das neue Schuljahr. Ich persönlich habe die Ferien genutzt um mit den anderen Freiwilligen in Mittelamerika herum zu reisen. Unsere Route ging von Guatemala bis nach Panama. In Nicaragua feierten wir auf der Karbik-Insel Corn Island Weihnachten. Dieses Weihnachten wurde hier jedoch anders als bei uns in Deutschland gefeiert, so wurde an Heiligabend nicht besinnlich um den Weihnachtsbaum gesessen, sondern um eine Palme und kurz nach der Bescherung wurde auch schon am Strand gefeiert. Anders als bei uns in Deutschland wird hier nämlich ein Feuerwerk an Weihnachten gemacht und danach wird getanzt. Das einzig besinnliche an Weihnachten war am nächsten Morgen zu weihnachtlicher Reggaemusik in der Hängematte zu liegen. Auf meiner kompletten Reise habe ich viel gesehen unter anderem einen aktiven Vulkan, Haie und Delfine. Besonders ist mir jedoch auf der Reise aufgefallen wie arm Nicaragua im Vergleich zu den anderen Ländern in Mittelamerika ist. Und somit bin ich auch schon beim Thema dieses Rundbriefes:

Nicaragua und Ich

Allgemein

Nicaragua ist nach Haiti das Ärmste Land in Latain-Amerika. Und genau wie Haiti im Moment, ist Nicaragua auch schon durch die eine oder andere Umweltkatastrophe zu Schaden gekommen. Zum Beispiel gab es vor ca. 40 Jahren ein starkes Erdbeben in der Hauptstadt Managua, das die Stadt fast vollkommen zerstört hat. Somit verloren viele Menschen ihr komplettes Hab und Gut. Seit diesem Erdbeben scheint sich die Hauptstadt nicht mehr wirklich erholt zu haben. In Managua leben über eine Millionen Menschen und der größte Teil lebt in Blechhütten im Zentrum der Stadt. Ich persönlich würde Mangua auch als die hässlichste Stadt in Nicaragua bezeichnen. Überall liegt Müll, da jeder seinen Müll aus dem Fenster von Bussen oder Autos wirft. Außerdem gibt es kein wirkliches Stadtzentrum oder historisches Gebäude. Da die meisten Häuser sehr einfach konstruiert sind, bestehen sie oft nur aus einem Stockwerk, aus diesem Grund ist die Stadt sehr flach..
Im Gegenteil zu Managua steht Matagalpa, die Stadt in der ich lebe. Matagalpa liegt in den Bergen und ist im Vergleich zu Managua wesentlich kühler. Zudem schmückt eine schöne weiße Kirche den Stadtkern. Matagalpa ist die Stadt des Kaffees und gehört deshalb zu den etwas reicheren Städten in Nicaragua, trotzdem merkt man auch hier die Armut an vielen Ecken. Für mich scheint es oft so als ob es einen große Kluft zwischen Arm und Reich in Matagalpa gibt. Da gibt es Familien die haben ein Auto, eine Finka und können es sich leisten Essen zu gehen. Doch die meisten Leute, wie zum Beispiel meine Lehrer sind oft so Arm dass sie sich nicht einmal die T-Shirts der Schule leisten können, die sie jedoch kaufen müssen, da es die Staat so vorschreibt. Mein Direktor zum Beispiel verdient 150 Dollar im Monat, somit liegt sein Einkommen unter meinem Verpflegungs-Geld.
Viele Kinder sind oft so Arm dass sie nur in der Schule essen bekommen oder sich nicht die Anreise zur Schule Leisten können.

Obwohl Matagalpa eine sehr ruhig gelegene Stadt ist, ist es sehr laut. Jeden Tag fahren Autos mit riesigen Lautsprechern durch die Stadt um Werbung für jegliche Sachen zu machen. Außerdem sind hier Autos sowie Motorräder wesentlich kaputter und älter als in Deutschland, was dazu führt dass sie mit einer hohen Lautstärke durch die Straßen knattern.
In Nicaragua gibt es kein Eisbahn- oder Straßenbahnnetz, deshalb fährt man meistens mit dem Bus oder innerhalb der Stadt mit dem Taxi. In Matagalpa kostet eine Taxifahrt ca. 35 Cent. Mit Bus bezahlt man pro Stunde Fahrt 70 Cent. Taxis und Busse werden sehr von den Besitzern gepflegt, man findet oft eine große Musikanlage oder bunte Lichtershows vor. Den Stil der Taxi- und Busdekoration würden wir in Deutschland wahrscheinlich als Kitschig bezeichnen, doch hier zählt man mit einem Duftbaum oder einer Puppe im Auto als totaler Trendsetter.

Politik
Kurz vor meinem eintreffen in Nicaragua war der dreißigste Geburtstag der Revolution. Vor 30 Jahren stürzten die Sandinisten die Diktatorfamilie Somza. Nach dieser Revolution herrschte in Nicaragua erst einmal Bürgerkrieg. Auch noch Heute sieht man viele Leute mit großen Wunden oder verlorenen Gliedmaßen auf der Straße. Da es in Nicaragua kein ausgebautes Gesundheitssystem gibt, sind diese Leute meist Bettler. Auf Grund dieses Gesundheitssystem und dem wenigen Geld gibt es in Nicaragau viele Menschen mit kaputten Zähnen. Oft bekommt man ein schwarzes, goldenes oder silbernes Lächeln von den Leuten.
Heute ist in Nicaragua Daniel Ortega, ein Vertreter der Revolution, an der Macht. Obwohl in Nicaragua Demokratie herrscht, gibt es eigentlich nur zwei Seiten, einmal die Leute die auf der Seite von Daniel Ortega stehen oder die die dagegen stehen. Leider ist die Politik von Daniel Ortege sehr korrupt, weshalb Nicaragua wahrscheinlich in den nächsten Jahren auch nicht aus der Armut heraus kommt.

Die Nicas

Allgemein
Der Nica an sich ist eigentlich ein sehr freundlicher Mensch, der immer Hilfsbereit ist. Wenn ich zum Beispiel auf der Straße nach dem Weg zu irgendeinem Ort frage, werde ich meist von den Leuten sogar persönlich dorthin gebracht. Schnell ist man in ein Gespräch verwickelt oder wird sogar von den Leuten zu sich nach Hause eingeladen. Und auch wenn sie noch so Arm sind
bieten sie dir reichlich zu Essen an. Jedoch gibt es auch die Kehrseite des Ganzen, wenn ich Nicas zu mir ins Haus einlud, wurde sich gerne das Essen eingepackt, um noch etwas für die Familie daheim zu haben.
Eine weitere Eigenschaft der Nicas ist dass sie gerne Feiern, so gibt es jeden Monat mindesten drei Feiertage an denen keiner Arbeiten muss. Zu diesen Feiern gehören auch oft Paraden, die mit lauter Musik durch die Straßen ziehen. Eigentlich gibt es hier jeden Tag eine Parade und wenn nicht zum Anlass einer Feier oder Demonstration ist, ist es eine Beerdigungen. Bei einer Beerdigung wir nämlich der Sarg auf einem Auto mit trauriger Musik durch die Stadt, bis zum Friedhof gefahren. Hinter dem Auto ziehen dann die Angehörigen mit traurigen Gesichtern hinterher. Am Anfang meiner Zeit fand ich es auch noch traurig, aber mittlerweile habe ich mich schon an eine solche Art der Beerdigung gewöhnt.
In den Schulen gibt es noch einen weiteren Tag frei, nämlich jeden letzten Freitag im Monat. Jedoch habe ich bis jetzt noch keine Erklärung, weshalb alle Schüler und Lehrer diesen Tag frei bekommen.

Essen
Der Nica liebt das Kochen und natürlich auch das Essen. Ich bin in dieser Hinsicht etwas gespalten, einerseits mag ich das Essen andererseits hängt es einem auch schnell zum Hals heraus. Zum Beispiel gibt es zum Frühstück grundsätzlich nur Gallo Pinto ( Reis und Bohnen), das national Gericht von Nicaragua, was ich nach einiger Zeit einfach nicht mehr sehen oder essen konnte. Jedoch gibt es viele andere Gerichte, wie zum Beispiel Enchiladas oder Indio vijeo ( eine Art Hühnerfrikassee) , die sehr lecker schmecken. Jedoch muss jeder der nach Nicaragua kommt damit rechnen das er mindestens einmal Durchfall bekommt, da die hygienischen Bedingungen nicht denen in Deutschland entsprechen.

Religion
Nicaragua ist ein sehr religiöses Land, der größte Teil der Menschen sind Christen. Aber hier ist man nicht der geheime Untergrundchrist wie bei uns. Sonder hier zeigt man der ganzen Welt wie wichtig einem Gott ist. Überall gibt es Kirchen die meist in kleineren Räumen untergebracht sind. Außerdem sieht man an jeder Ecke Aufkleber oder Worte von Jesus.
In meiner Schule wird jeden Tag gebetet und wenn man Leuten erzählt dass man Freiwilliger in ihrem Land ist, heißt es oft: „Danke an Gott dass ihr hier seid um uns zu helfen!“
Viele Nicas sind katholisch, jedoch setzt sich immer mehr eine evangelische Kirche aus den Vereinigten Staaten durch, die es den Menschen verbietet zu Trinken und zu Rauchen. Aus diesem Grund gibt es hier zwei Gruppen, einmal die die auch gerne Mal ein Bierchen zu viel trinken, anderseits die die noch nicht einmal Tanzen gehen und lieber die Bibel studieren. Viele Menschen haben hier auf Grund der Armut große Probleme die sie oft im Alkohol ertränken, aus diesem Grund finde ich es gut das viele Leute schließlich doch nicht dem Alkohl verfallen oder von ihm wegkommen, da sie in der Kirche halt finden.

Familie
Die Familien in Nicaragua sind meist wesentlich größer als in Deutschland, so haben die meisten bis zu 40 Verwandte. Frauen bekommen hier meist schon sehr früh Kinder, so sieht man oft 13jährige mit schwangerem Bauch durch die Straßen laufen. Für mich ist es oft etwas schockierent, da hier Mütter herumlaufen die selber noch Kinder sind. So liegt oft schon eine hohe Verantwortung auf den Jugendlich.
Da ich mit behinderten Kindern zusammen Arbeite fällt mir auch immer wieder auf, wie liebevoll viele Eltern mit ihren behinderten Kindern umgehen. Zum Beispiel fährt ein Vater jeden Tag seinen normalerweise im Rollstuhl sitzenden Sohn auf dem Motorrad zur Schule, und trägt ihn dann mit den Armen in einen Rollstuhl der Schule. Eine andere Mutter sehe ich oft ihren, im Rohlstuhl sitzenden Sohn durch die Stadt schieben, und bei der in Nicaragua herrschenden Straßensituation ist das wahrhaft nicht einfach.
Ein weiteres Thema in Nicaragua ist wahrscheinlich die Beziehungen zwischen Männer und Frauen, da Frauen oft eine untergeordnete Rolle spielen. Männer sind hier ziemliche Machos und mittlerweile bin echt genervt wenn meinen weiblichen Mitfreiwilligen ständig hinterher gepfiffen wird. Außerdem findet man Abends in einer Bar meist nur Männer vor, dies liegt oft daran dass die Frauen zu Hause bei den Kindern bleiben müssen. Jedoch kann ich es nicht verstehen dass die Frauen, die zum größten Teil für die Erziehung der Kinder zuständig sind, sie zu solchen Machos erziehen. Oft merke ich nämlich schon bei den kleineren Kinder in meiner Schule eine klare Rollenaufteilung. Jungens raufen und Mädchen schminken sich!

Armut
Für mich persönlich ist die Armut oft nicht so sichtbar wie sie vorhanden ist. Natürlich bekommt man immer wieder erzählt wie Arm die Kinder in seiner Klasse sind und zum Teil kann man es auch sehen. Aber anderseits überspielt der Nica auch gut dass er kein Geld hat, indem die Leute meist saubere und gepflegte Kleidung tragen. Zudem würde eine Nica nie behaupten dass er Arbeitslos sei, immer findet er eine Antwort wie: „ Ach ich mach dies und das“. Sehr angenehm finde ich dass man nur selten angebettelt wird, da viele der armen Leute einem immer Sachen wie Karten von Winni Poo oder Bonbons verkaufen.


Zur Armut gehört auch dass meine Schule sich nicht mehr den Sprit für ihren Schulbus leiste können, der im Monat 70 Euro kostet. Deshalb wäre es schön wenn sie eine Idee oder etwas Geld übrig haben bei mir Melden könnten ( timlahr@gmx.de)

Ich bedanke mich in diesem Sinne bei allen Leuten die mich bei meinem Freiwilligen Friedensdienst Unterstützen

Vielen Dank

Tim Lahr

Freitag, 8. Januar 2010

Nachtrag

Hey liebe Leute,
ich hoffe alle hatten ein schoenes Weihnachtsfest und einen guten rutsch in das Jahr 2010!! Leider habe ich schon laenger nicht mehr geschrieben und es gibt einiges nachzutragen, also hier ein kleiner Rueckblick in den Dezember 2009...

Rio Dulce und Livingston

Nach dem wir in Tikal waren sind wir weiter zum Rio Dulce (Suesser Fluss) gefahren. Der Rio Dulce entspringt aus dem Meer und endet in zwei grosse Seen, in denen Schiffe, bei Hurricans, oft Zuflucht suchen. Ueber diessen Fluss und die Seen sind wir ungefaehr zwei Stunden mit einem Boot zu dem Ort Livingston gefahren. Auf er Bootfahrt sind wir ziemlich schnell ueber die endlosen Wasserflaechen des Rio Dulce geflogen. Unteranderem hielten wir an einer heissen Quelle und sahen Schildkroeten auf einem riesigen feld aus Seerosen.

Als wir schliesslich in Livingston ankamen wurden wir von maximal pikmentieren Menschen auf Hip Hopper Art begruesst. Livingston liegt an der Karbik Kueste von Guatemala und dort sprechen die Menschen Englisch und Spanisch, ausserdem sind sie meist afrikanischer Herkunft. Also ein starker Kontrast zur Welt der Mayas im Zentrum des Landes. In Livingston fanden wir schnell ein gutes Hotel mit einem netten Besitzer der uns fleissig Cocolocos, den spezial Coctail der Region, machte. Cocoloco enthaelt ordentlich Rum und wird natuerlich aus einer Kokusnuss getrunken.
Ausserdem besuchten wir eine Diskothek direckt am Meer, inder sehr erotisch getanzt wurde. Man koennte die ganze Szene als einen Porno beschreiben in dem die Darsteller die Kleidung anbehalten.

Nach einem langen Strand in Livingston ging es weiter zur Finca Tatin einem hotel im Wlad in einem Arm des Rio Dulce. Dort herrschte ein sehr familliaeres Klima. Leider wurde immer um 22.00 Uhr Abends der Strom ausgeschaltet so das wir kein Licht mehr hatten. Es war so dunkel dass man nicht einmal die hand vor Augen sehen konnte. Das einzige was man hoerte waren Tiergeraeusche aus dem Regenwald. In der Nacht also eine sehr unheimliches Umfeld. Trotzdem genossen wir die Zeit auf der Finca sehr. Abends wurde immer zusammen gegessen und an einem Tag machten Vivi, Lina und ich eine Kajak Tour um Seekuehe zu sehen. Leider sahen wir keine aber trotzdem war es eine tolle Tour, so dass wir etwas toedelten und erst im halbdunkeln wieder zurueck kamen. Nachdem wir uns schon ausgemahlt hatten wie wir uns inder Dunkelheit verirren.
Ausserdem erfuhren wir auf der Finca dass am Rio Dulce wohl ein alter Tarzanfilm gedreht wurde, weshalb wohl auch heute noch viele aelter Leute die Gegend besuchen.

San Salvador

Nach der Finca Tatin und dem Rio Dulce fuhren wir nach fast vier Wochen wieder zurueck nach Nicaragua. Doch vorher legeten wir noch einen eintaegigen Zwischenstop in San Salvador, der Hauptstadt von El Salvador ein. Da dieses Stadt doch sehr westlichen Verhaeltnissen gleicht, entschieden wir uns zuerst einmal Shoppen zu gehen. Fuer mich war es das erste mal nach 5 Monaten, dass ich wieder in einem grossen und geordneten Kleidungladen war.

Als ich wieder nach Nicaragua zurueck gekommen bin, wurde mir bewusst wenig geld dieses land wirklich hat. Trotzdem muss ich sagen dass ich mich am Nicaragua am Wohlsten fuehle da die Menschen immer offen und freundlich sind.

Leider habe ich mal wieder keine Zeit und werde meinen naechsten Nachtrag ueber Weihanchten und Neujahr sofort schreiben.

Also ich gruesse wie immer alle die mich Lieb haben und alle die ich Lieb hab

Saludos de Costa Rica

Euer Tim

Montag, 21. Dezember 2009

Tikal

Hallo alle zusammen,
wir sind wie schon agekündigt weiter nach Flores gereist und von Flores aus nach Tikal, hier mein Bericht über diese zwei Orte:

Flores

Flores ist eine kleine Insel im Osten von Guatemala, sie liegt in einem größen See namens Itzten. In Flores hatte wir unser bisher bestes Hotel, sauber, warmes Wasser und gemütliche Betten zudem Seeblick. Das schönst in Flores ist aber einfach dass man einfach stundenlang schwimmen gehen kann, da dass Wasser sauber und warm ist!! Außerdem gibt es Stege von denen man direkt ins Wasser springen kann. Flores ist einfach so schön dass wir unser so entschieden noch zweit Tage länger zu bleiben um in der nicht zu heissen Sonne zu liegen, das ist auch der Grund warum ich so unheimlich braun geworden bin.

Tikal

Tikal war von vonerein eines unserer Hauptziele. Tikal ist eine alte verlassende Mayastadt mit gewaltigen Pyramiden. In Tikal wurden schon Filme wie Indana Jones und Star Wars gedreht!! Und so beeindrucken wie es sich anhört war es auch!! Schon früh am Morgen im Nationalpark Tikal angekommen machte ich erst einmal die begegnung mit einem Krokdil dass gemütlich in einem See direkct vor meinen Augen rumschwam. Danach ging unsere Tour los, immer wieder sahen wir Affen und auch eine Tarantel, die der Führer mir dann auf den Arm setzte. Es war ein sehr eckliges Gefühl dies großen Beine auf der Haut zu fühlen. Schon nach kruzer Zeit kamen wir zu den ersten kleineren Pyramiden vor denen sich 7 Opferstätten befanden, wo vor 1000 Jahren auch Menschen geopfert wurden. Unser Führer erzählte uns zudem wie hoch die Kultur der Mayas in den Bereichen der Architektur, Astronomie und Mathematik entwickelt war. nach diesem kleinen Vortrag ging es zu weiteren großen Pyramiden die man durch sehr steile Stufen besteigen konnte, eine war sogar gesperrt weil eine Mexikanerin die Stufen heruntergefallen ist. Doch auf den Pyramiden hatte man eine Blick über den endlosen Regenwald aus dem die Spitzen die der Pyramiden rausragten. Als wir nach drei Pyramiden schließlich den Hauptplatz erreichten war es sehr heiss und schwer sich dort in der Sonne zu bewegen. Aber unser Führer erzählte uns noch schnell dass auf dem Hauptplatz von Tikal große Zeromonien gefeiert wurden. Alles soll bunt gewesen sein und bei Mondschein bestieg der Priester schließlich den Tempel um dem Gott opfer zu bringen. Für mich hörte sich dass alles etwas nach Magnumwerbung an.
Nach unserem langen und schönen Tag ging es dann wieder zurück nach Flores um sich von der starken Hitze zu erholen.

Wie immer Grüße ich alle die mich Lieb haben und alle die ich Lieb hab!!!

Euer Tim

Montag, 7. Dezember 2009

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Hola alle zusammen,
mal wieder sind wir weiter gereist und davon moechte ich natuerlich Berichten. Hier die Orte und Geschichten.

Monterico:

Nach der Stadt Antigua sind wir weiter an die pazifische Kueste von Guatemla weiter gereist. Doch bevor wir in Monterico einem kleinen Dorf am Meer ankamen mussten wir zuerst mit einem Boot durch Dschungelkanaele fahren um ueberhaupt dort hinzukommen. Da In Monterico angekommen buchten wir drickt eine kleine Tour fuer den naechsten Morgen um genau auf diesen Kanaelen Voegel und andere Tiere zu beobachten. Ansonsten relexten wir erst einmal in Haengematten und tranken Milchshakes. Jedoch war es ziemlich heiss und der Sand am Meer schwarz, zudem gab es viele Muecken und wir mussen uns staendig mit Offspray einspruehen. Am naehsten Morgen standen wir dann frueh auf und fuhren mit einem Boot raus auf ind die Kanaele. Ueberall standen Baeume im Wasser und es gab reichlich Wasserpflanzen. Wir sahen viele Voegel unteranderem einen weissen Pelikan. Bis wir schliesslich ean einer Stelle darauf warteten dass die Sonne aufgeht. Da die Sonne hier schneller aufgeht konnte man gut sehen wie der rote Ball sich nach oben Bewegte und auf der andern Seite der Mond verschwand. Mit dem aufgehen der Sonne oeffneten sich auch die Seerosen und es wirkte alles wie in einem Dokumentarfilm ueber die schoene Natur Guatemalas. Danach fuhren wir weiter und konnten vieraeugige Fische uebers Wasser huepfen sehen. Zuerst hielten wir es fuer einen Gag unsere Fuehrers aber es wahren wirklich Fische mit vier Augen. Zwei Oben und zwei im Wasser. Sie waren ungefaehr eine Hand gross und huepften uebers Wasser. In den Gewaessern gab es auch Krokodile aber wir haben leider keines gesehen. Nach einem langten Tag in der Sonne fuhren wir dann am naechsten Morgen weiter nach Coban in den Osten von Guatemala.

Coban:

Nach einem langen Reisetag fielen wir Coban nur noch ins Bett. Am naechsten Morgen ging es dann los nach Lanquin und Semuc Champay zwei Orte die man in einer Tour besuchen konnte. Da unsere Tour erst sehr spaet gebuchten hatten, waren die Slowenen mit den wir reisten nicht so gluecklich als ploetzlich noch mehr Leute zu ihrer gruppe stiessen. Aber wir haben uns nicht von ihnen stoeren lassen und am Ende des Tages haben wir uns sogar richtig gut mit ihnen vertstanden.
Als erstes gingen wir in Hoehle Lanquin eine Tropfsteinhoehle die von den Mayas entdeckt wurde. Daher das Strom fuer das Licht in Hoele ausgefallen war mussten wir mit Kerzen rein was die ganze Sache noch romantischer machte. Neben vielen Fledermauesen sahen wir einen Altar der Mayas an dem noch heute Tiere geopfert werden. Unser Fuehrer erklaerte uns natuerlich in allen Einzelheiten wohin ueberall das Blut spritzte. Irgendwann konnten wir in der Hoehle nicht mehr weiter gehen da sie nicht ausreichend erkundet ist. Jedoch wurde uns erklaert dass letztes jahr franzoesisch Forscher versuchten bis ans Ende zu gehn und nach 2 Monaten immer noch keine Ende fanden. Es wir vermutet dass die Hoehle bis nach Mexico geht oder bis zum Mittelpunkt der Erde.

Unsere zweite Station der Tagestour war Semuc Champay, eine Art natuerlicher Wasserpools. Das Wasser dieser Pools war Blau da es durch viele Minaeralien diese Faerbung bekommt Das interstanteste war jedoch das unter diesen Pools ein reissender Fluss durch eine Hoehle hindurch fliesst. Man kann an der einen Stelle sehen wie er ind die Hoehle fliesst und an einer anderen wie er nach ca 1 Kilometer wieder herauskommt Ausserdem machten wir noch einige Spruenge der erste war aus einer Hoehe von 2 Metern von einem in den andern Pool. Der zweite aus einer Hoehe von 7 Metern von einem Felsen und der letzte aus einer Hoehe von 11 Metern auch von einem Felsen. Insegsamt war es eine sehr Abenteurliche Tour die Klettern, Schwimmen, Springen und einen sehr steilen Aussichtspunkt bereit hielt.

Jetzt reisen wir weiter nach Flores einem kleinen Insel in dem See Izten im Osten und danach geht weiter nach Tikal dass ich ganz in der naehe befindet.

Ich gruesse wie immer alle die ich Lieb hab und alle die mich Lieb haben!!

Euer Tim

Dienstag, 1. Dezember 2009

Lago Atitilan und Antigua

Hola alle zusammen,
wir ihr wisst bin ich immer noch in Guatemala unterwegs. Ich habe zwei weitere sehr schoene Orte besucht von denen ich euch berichten moechte:

See Atitlan:

Unsere erste Station nach Guatemala City war der Lago Atitlan, ein grosser See im Hochland von Guatemala umgeben von drei Vulkanen. Unsere Reise ging zu dem kleinen Dorf San Pedro zudem wir nur mit einem Schiff kamen. San Pedro war ein kleiner wunderschoener Ort an dem noch einige Hippies uebrieg geblieben sind. Ansonstens leben in San Pedro sehr viele Mayas, da die Haelfte der Bevoelkerung Guatemalas Indogen ist. Ich habe richtig freude an dieser traditonelen Lebensweise gefunden, da die Menschen lauter bunte Kleidung tragen, die sie an vielen Staenden auch verkaufen. So konnte ich zum Beispiel einen Poncho erwerben.

Ansonsten war es leider nicht moeglich in dem See schwimmen zu gehen, da der See durch eine Alge verschmutzt war die sogar schon Kuehe umgebracht haben soll. Aber wie dass in diesem Land so ist erzaehlt uns jeder eine andere Geschichte. Manche meinten sogar man koenne bedenkenlos Schwimmen gehen.
Jedenfalls sind wir nicht Schwimmen gegeangen, und haben nur eine Kayaktour gemacht mit einer "Freundin" aus Kanada, die mir dann bei einem kleinen Kayakwettrennen eins voll mit dem Ruder ueber den Kopf gezogen hat. Die folge war eine riesen Beule und starke Kopfschmerzen. Nach drei Tagen am See Atitlan sind wir dann weiter nach Antigua gefahren.

Antigua:

Antigua ist difiniv nicht das ware Guatemala. Es wimmelt ueberall von Touristen und die Stadt ist mit eurpaeischen Staedtn zu vergleichen. Hier ist ein altes Gebaeude neben dem naechsten ausserdem hauefen sich Geschaefe und Resturants in jeder Strasse.
Leider ist es hier auch etwas teurer im vergleich zu andern Orten an denen wir bisher waren.

Ein besonderes Erlebnis unser Reise war die Besichtigung eines aktiven Vulkans der zwischen Guatemala City und Antigua liegt. Nach einer einstuendigen Fahrt zum Fusse des Vulkans ging es zwei Stunden nur Berg auf. Unsere Reise startet in einer Waldlandschaft und es war fuer alle war es noch schwer vorstellbar dass wir heute noch einen aktiven Vulka sehen wuerden, bis wir ploetzlich von immer mehr Rauch umgeben waren und der Boden nur noch aus sandiger Asche bestand. Als sich der Rauch etwas verzog blickten wir auf schwarze Wueste und auf den dunkelen Gipfel des Vulkans. Am Rande unseres Wegen tuermte sich abgekueltes Lavergestein. Das lustige war dass uns den ganzen Aufstieg zwei Strassenhunde folgten. Als wir nun das letzte Stueck gingen wurde es immer heisser und unter dem Gestein am Wegsrand konnte man in kleinen Spalten die gluehende Laver sehen, bis unser weg schliesslich endete und wir sozusagen ueber die Laverer gingen. Der Boden war sehr heiss und unter dem etwas bruechigen Gestein floss die Laver und vor uns endete der Weg da ein riesger Fluss von Laver den Berg runterfloss. An dieser stelle angekommen wurden viele Fotos gemacht und unser Fuehrer zuendete den Rauchern Zigaretten mit Laver an, ein lustiger Chinese koennte sich sogar einen Joint. Doch da die Wanderung erst um 2 Uhr Nachmchmittags begonnen hatte wurde es dunkel und wir mussten den ganzen sehr anstregnenenden Weg auch noch im Dunkelen zurueck gehen. Fuer uns war es kein problem aber es gab einen aeltern Herr der sich die ganze Zeit auf der rutschigen Asche hinlegte. Jedoch konnten wir von Glueck reden dass Vollmond war und wir so wenigstens die Umrisse unseres weges erkannten. Am Fusse des Vulkanes wieder angekommen, konnte man in der Dunkelheit Laverexplosionen im Krater erkenen bis zum dem wir natuerlich nicht geangen waren. Im grossen und ganzen war dies bestimmt mein groesstes Abenteuer in meiner Zeit in Mittelamerika.

Jetzt geht es weiter zur Pazifik Kueste

Ich gruesse wie immer alle die mich Lieb haben und die ich Lieb hab

Euer Tim

Dienstag, 24. November 2009

Guatemala

Hallo alle zusammen,
mal wieder ist so einiges passiert was ich euch hier auf meinem Blog erzaehlen moechte:

Als faengt damit an das wir nun fuer zwei Monate Ferien haben und diese Zeit natuerlich zum rumreisen in Mittelamerika nutzten wollen. Unsere erste Station der Reise heisst Guatemala, genauer genommen Guatemala City, eine laut Reisefuehrer und der Seite des Auswaertigen Amts gefaehrliche und dreckige Stadt. Leider glaube ich dass die Autoren beider genannten Printmedien, nie in Nicaragua oder besser gesagt in Managua waren. Diese Stadt in der ich mich befinde ist alles andere als dreckig und unsicher fuehle ich mich hier auch nicht. Wobei man dazu sagen muss dass es nicht ungefaehrlich ist. Aber im Vergleich zu Guatemal City ist Managua ein wahres Drecksloch. Hier merken wir, dass sind Lina, Vivi und Selina eine ausserordentlich nette Oesterreicherin, dass Nicaragua wirklich das zweit aermste Land in Mittelamerika ist. Guatemala City ist wirklich einen schoene Stadt mit Kirchen, Cafes, Parks und schoenen Plaetzen. Zudem ist es dass erste MAl nach vier Monaten fuer mich das ich wieder zwei bis drei schoeckige Haeuser sehe, in denen es sogar warmes Wasser gibt. Da wir uns hier aber auch etwas weiter im Norden befinden, wird es hier echt kalt und ich musste mir noch einen zweiten Pollover zulegen. Im weitern gibt es hier auch viele Produkte wie zum Beispiel Kaese in den Laeden oder Sahen die es in Nicaragua nicht gibt. Ich erleide hier gerade einen zweiten Kulturschock, jededoch wuerde ich Guatemal immer noch als armes Land bezeichnen, da wir im moment nur den den Teil in der Innenstadt mitkommen und auch hier gibt es viele Kinder und Erwachsene die nur schwer ueber die Runden kommen.
Die Stadt hat ein paar schoene Sehenswuerdigkeiten und so waren wir heute soagr in einem Museum ueber die Geschichte von Guatemala.

Unsere Reise wird in der kommenden Zeit durch ganz Guatemal fuehren, eine Sehenswuerdigkeit auf die wir uns besonders freuen is Tikal, die Stadt der Mayas.
Deshalb werde ich euch auch weiterhin auf dem laufenden halten so weit dies Moeglich ist. Bitte entschuligte meine komische Schreibweise aber auf dieser Tastertur gibts es nicht alle Buchstaben oder sie sind vertauscht.

Ich gruesse wie immer alle die ich Lieb hab und alle die mich Lieb haben!!!

Euer Tim

Dienstag, 17. November 2009

1. Rundbrief

„Wie ist es die Welt in Schwarz zu sehen, keine Farben zu kennen und immer auf die Hilfe von anderen angewiesen sein zu müssen?“ Eine zentrale Frage die mich in den letzten drei Monaten, seit dem ich meinen Freiwilligen Friedensdienst in Nicaragua mache, sehr beschäftigt hat. Seit dem ich am 23. Juli 2009 in Matagalpa, einer kleinen Stadt in den Bergen Nicaraguas, angekommen bin ,ist viel passiert, zum Beispiel spreche ich mittlerweile so viel Spanisch, dass ich mich gut verständigen kann, ich finde immer mehr einheimische Freunde und es gelingt mir häufiger eigene Ideen in mein Projekt an der Escuela Publica de Educacion Especial La Amistad einzubringen. Hier nun ein Ausführlicher Bericht zu meiner Arbeit im Projekt:

Escuela Publica Espical La Amistad

Das Projekt im Allgemeinen

Jeden Morgen arbeite ich von 7.15 Uhr bis 12.15 Uhr in meinem Projekt ,an der Escuela Publica de Educacion Especial la Amistad, eine integrative Grundschule für gesunde Kinder, sowie für Kinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen im Alter von 5-13 Jahren . Insgesamt hat besteht meine Schule aus 10 Klassenräume, in denen meist bis zu 30 Kinder sitzen. Es gibt zwei Klassen für taubstumme Kinder, sowie zwei Klassen für geistig Behinderte Kinder, in den restlichen Klassen sitzen zum größten Teil gesunde Kinder. Jedoch werden oft Kinder mit Förderbedarf in den einzelnen Fächern von der Lehrerin mit besonderen Aufgaben betreut. Die Kinder werden in den Fächern „Kochen“, „Sport“, „Computer“ und zu einem geringen Teil in „Kunst“, unterrichtet. Später kommen noch Fächer wie „Gesellschaft“ und „Handwerk“ dazu. Den größten Teil des Unterrichtes nehmen die Fächer „Sprache und Literatur“ sowie „Mathematik“ ein. Um all diese Fächer unterrichten zu können hat meine Schule einen Nähraum, eine Küche, einen Computerraum und seit kurzer Zeit einen Essensraum, da die Kinder in der Schule essen. Obwohl es alles sehr komplex erscheint ist meine Schule für deutsche Verhältnisse sehr klein. Und die meisten Materialien konnte sich die Schule nur leisten, da sie eine Partnerschaft mit einer Stadt namens Tilburg in Holland hat. Da es in Nicaragua an Platz für Unterricht mangelt findet der Unterricht der Grundeschule am Morgen und der Unterricht der weiterführernden Schule am Nachmittag statt.

Mein Arbeitsbereich

Ich arbeite zusammen mit der Klassenlehrerin Ermelinda in einer zweiten Klasse, die von Kindern im Alter von 7 bis 12 Jahren besucht wird. In den ersten zwei Wochen meines Projektes hatte ich nicht viel zu tun, da mein Spanisch noch zu schlecht war und ich mich weder mit den Kindern noch mit meiner Lehrerin verständigen konnte, aus diesen Gründen bestanden meine Hauptaufgaben darin Sachen aus zuschneiden, aufzuhängen oder einfach nur anwesend zu sein. Doch durch meinen nachmittäglich Sprachkurs ,wurde mein Spanisch besser und somit auch die Kommunikation in meinem Projekt. Schnell suchte ich mir neue Aufgaben, zum Beispiel Oliver einen blinden Jungen in meiner Klasse, das Lesen und Schreiben, der Blindenschrift beizubringen. Dies ist auch jetzt meine neue Hauptaufgabe, seit ungefähr eineinhalb Monaten helfe ich auch immer wieder in der Küche beim Kochunterricht, und seit 2 Wochen gebe ich 2 Stunden die Woche Englischunterricht in meiner Klasse. Im weiteren biete ich an zwei Mittagen in der Woche Englischunterricht für meine Lehrer an, da in diesem Bereich eine große Nachfrage bestand. Im großen und ganzen bin ich sehr zufrieden in meinem Projekt, die Lehrer und vor allem der Direktor Jose Manuel Lopez sind sehr freundlich und geben einem, wen man Intresse zeigt, Raum und Zeit um seine eigene Ideen im Projekt zu verwirklichen. Jedoch denke ich dass man nicht darauf warten sollte dass einem die Aufgaben zugeschmissen werden. Hätte ich das getan würde ich wahrscheinlich immer noch da sitzen und Sachen ausschneiden.

Oliver- Mein Hauptaufgabe

Oliver ist neun Jahre alt und von Geburt an Blind. Jeden Morgen wird Oliver von einem Schulbus der dem Projekt angehört zur Schule gebracht Leider fällt dieser Bus oft aus und so kann Oliver nicht zur Schule kommen. Die Eltern haben nicht genug Geld um Oliver an diesen Tagen in einem öffentlich Bus fahren zu lassen und aus diesem Grund fehlt er sehr häufig. Zu Beginn meiner Arbeit mit Oliver erzählte mir meine Klassenlehrerin dass er schon etwas die Blindenschrift beherrsche und Buchstaben so wie einfache Wörter lesen könne. Jedoch stellte sich schnell für mich heraus, dass dies nicht der Fall war und Oliver nur riet und noch nicht einmal die einzelnen Buchstaben voneinander unterscheiden konnte, deshalb musste ich ganz von vorne Anfangen. Da ich in der ersten Zeit die Blindenschrift nicht beherrschte musste ich in einer Tabelle nachlesen wie die einzelnen Buchstaben, in Form von Punkten, die mit einer Nadel ins Papier gestochen werden, aussehen. Mittlerweile habe ich so viel geschrieben dass ich es auch ohne Tabelle schaffe.

Und mit jedem Buchstaben den ich für Oliver schreibe, wird er besser. Mittlerweile beherrscht er das komplette Alphabet und wir fangen an einfache Worte wie „Mama“ oder „Papa“ zu lesen. Oliver ist sehr aufgeweckt und lernt schneller als ich zuerst gedacht hätte. Außerdem redet und erzählt er gerne von seinen Erlebnissen und präsentiert mir jeden Tag ein neues Tier aus seiner riesigen Stofftiersammlung. Da gibt es Mäuse, Elefanten und Hunde, die ich ihm alle genau beschreiben soll und von denen er komischer Weise immer die Farbe wissen möchte. So weit es gehtVersuche ich ihm die Welt zu beschreiben, jedoch fällt es mir auf Spanisch noch sehr schwer und ich glaube mir würde es auch auf Deutsch schwer fallen. Trotzdem geht Oliver mit so viel Freude und Aktivität an die Sachen dran, was mir sehr viel Spaß macht und mich immer wieder verblüfft.

Seit dem ich mit Oliver zusammen Arbeite habe ich mir oft die Frage gestellt wie es ist blind zu sein. Dies erzählte ich Mirte meiner holländisch Mitbewohnerin und sie kam auf die Idee, ich solle doch einen blinden Tag machen. Schnell war ich von der Idee begeistert und schon zwei Tage danach stand ich auf, verband mir die Augen und nahm die Binde erst am Abend kurz vor dem schlafen gehen ab. Es war wahrscheinlich der einzige Tag in meinem Leben an dem ich das Tageslicht nicht gesehen hab. Trotzdem versuchte ich den Tag so normal wie möglich zu gestalten, ich ging ins Schwimmbad und zur Bäckerei und fuhr mit dem Bus. Dieser Tag hat mir im nach hinein sehr viel gebracht da ich viel über das blind sein gelernt habe. Zum Beispiel war mir nie bewusste wie sehr man als Blinder auf die Hilfe von anderen angewiesen ist und es deshalb unmöglich ist ein selbständiges Leben zu führen. Immer wieder musste mir Mirte den Weg zeigen und hätte ich keine anderen Menschen gehabt, hätte ich wahrscheinlich im Bett liegen bleiben müssen. Doch dank der dieser anderen Menschen hatte ich trotzdem einen schönen Tag, es war zum Beispiel ein ganz besonderes Erlebnis im Schwimmbad ins Wasser zu gehen, und auch das Essen nach dem Schwimmen schmeckte besonders gut. Außerdem nahm die Welt viel mehr über meine Füße und über meine Nase war. Ich werde wahrscheinlich niemals verstehen wie es ist Blind zu sein aber ich habe einen Eindruck bekommen und deshalb wünsche ich niemanden in diese Situation zu kommen, es ist nämlich sehr schön ein freies und eigenständiges Leben führen zu können.

Andere Aufgaben im Projekt

Seit einiger Zeit helfe ich noch beim Kochunterricht mit, in der Küche der Schule koche ich zwei mal die Woche landestypische Gerichte. Oft machen wir Plätzchen, Enchilda oder andere Köstlichkeiten, die dann an die Kinder der anderen Klassen, für einen geringen Preis verkauft werden. Meine Aufgabe besteht darin herumzugehen und den Kindern dabei zu helfen die Zutaten in die richtige Form zu bringe.
Seit ungefähr zwei Wochen besteht eine weitere Aufgabe darin den Kindern Englischunterricht zu geben. Auf diese Idee kam ich da viele Kinder zu mir kamen und immer wieder englische Wörter, die sie irgendwo aufgeschnappt hatten, an den Kopf schissen. Als ich meiner Lehrerin von der Idee erzählte war sie begeistert und so gebe ich nun zwei Stunden die Woche Englischunterricht der meist auf spielerische Art und Weise stattfindet, da die Kinder meist noch nicht richtig sicher schreiben können. Doch wenn ich in die Schule komme werde ich seit neustem mit ein freundlichen „Good morning“ begrüßt.
In meiner Klasse gibt es sogar Kinder die noch gar nicht schreiben können, und wenn Oliver fehlt, was nicht selten vorkommt, gebe ich genau diesen Kindern Nachhilfe in Lesen und Schreiben.

Oft ist diese Art von Unterricht sehr schwierig da die Kinder starke Konzentrationsprobleme haben und ständig die einzelnen Buchstaben verwechseln.
Seit dem ich Englischunterricht bei den Kinder gab, kamen regelmäßig Lehrerinnen in meine Klasse um Briefe oder SMS vom Englischen ins Spanische übersetzt zu bekommen. So entschied ich nach kurzer Zeit ebenfalls Englischunterricht für die Lehrer am Nachmittag anzubieten. Seit dem Unterrichte ich zweimal die Woche eineinhalb Stunden Englisch für die Lehrer die sehr Interessiert und aufmerksam bei der Sache sind. Jedoch haben sie wie alle Leute in Nicaragua große Probleme mit der englischen Aussprache.

Da es an meiner Schule viele taubstumme Kinder gibt und viele in der Pause ankamen und versuchten mit mir zu kommunizieren beschloss ich zwei Mal die Woche Unterricht für Gebärdensprache zu nehmen Seit dem sieht man mich jede Pause wild gestikulierend auf dem Schulhof stehen um den Versuch zu Starten mit den Kindern übers Wochenende zu reden.

Im Großen und ganzen macht mir mein Projekt und mein Leben hier Nicaragua große Freude. Natürlich gibt es gute und schlechte Tage, aber ich würde sagen die guten Tage überwiegen. Jeden Morgen wenn ich in die Schule komme werde ich von den Kinder begrüßt und umarmt, manche Kinder lieben die Schule sogar so, dass sie anfangen zu weinen wenn sie gehen müssen und mich die ganze Zeit drücken. Aber nicht nur mit den Kindern komme ich gut zurecht sondern auch mit den Lehrerinnen und mit dem Direktor, obwohl mein Spanisch nicht das Beste ist nehmen sie sich immer wieder Zeit für mich und lassen mir Raum zum Arbeiten. Ich habe bis jetzt viel Glück mit meinem Projekt gehabt und hoffe das es in der Zukunft so weiter geht.


Dank


Danke, an alle die mich gedanklich, so wie finanziell in meinem Jahr unterstützen. Ohne Eure Hilfe wäre dieses Projekt, wahrscheinlich nicht möglich und Ihr seid genau so Teil von meinem Jahr, wie all die schönen Erlebnisse die ich hier in Nicaragua machen darf.
In diesem Sinne:

Vielen Vielen Dank

Euer Tim

Der Monat Oktober

Hola,

lange hab ich nichts mehr geschrieben!! Aber nun möchte ich noch einmal versuchen die letzten Ereignisse in Worte zu packen:


Ein schlimmes Wochenende:

Ich fange direkt mit dem schlechtesten Ereignis an. Vor ungefähr zwei Wochen war Mirtes Vater gekommen um seine Tochter zu besuchen. Aus diesem Grund hatte Mirte so einige Touren mit ihrem Vater geplant, eine Tour sollte nach Apante dem höchsten Berg in Matagalpa gehen, auf dem sich oben schöne Wasserfälle befinden. Jedoch sollte der Tag nicht so schön werden wie geplant. Als Mirte und ihr Vater nach einer zwei Stunden langen Wanderung fast an der Spitze angekommen waren, kamen ihnen zwei Jungen entgegenlaufen und erzählten nervös das ihr Freund in einen der vielen Gewässer vor ungefähr 15 Minute ertrunken war. Sofort lies Mirte alle ihre Sachen liegen und lief mit den Kindern der Berg hoch, doch an dem kleinen See angekommen war nichts zu sehen und da es nicht Sicher war, ob der Junge an einem Sog ertrunken war, traute sich Mirte nicht ins Wasser. Die Jungen fingen an zu weinen und Mirte fühlte sich ziemlich Hilflos, als ihr Vater ein paar Minuten später eintraf wurde sofort die Polizei gerufen. Als zwei Stunden später zwei Polizisten ohne jegliche Rettungshilfen auf dem Berg ankam, war alles verloren. Es schien nur noch schlimmer zu werden da die Polizei den Kindern nicht glaubte und sogar noch anfing Scherze über das ganze Geschehen zu machen. Mirte berichtet uns dass die Polizei nur gekommen war um alles aufzunehmen und einen Schuldigen zu finden nicht um den Jungen vielleicht noch irgendwie zu retten. Nach diesem langen Tag saß Mirte schließlich unter Tränen in unserer Küche um uns die ganze Geschichte zu erzählen. Das schlimme war wohl die Hilflosigkeit und die Arte der Polizei die nicht verstehen wollte das der elfjährige Junge nicht schwimmen konnte.
Obwohl ich nicht dabei gewesen bin ging ich am Abend mit einem schweren Gefühl ins Bett und war mir sicher eine andere Seite des sonst eigentlich sehr friedlichen Land Nicaragua kennen gelernt zu haben.

Mond und keine Schildkröten:

Da im Moment wohl ein besonders gute Zeit sein soll um Schildkröten an den Stränden von San Juan del Sur ( ein Stadt im Nordwesten von Nicaragua) zu sehen, machten Selina (eine Österreicherin die wir hier kennen gelernt haben) Philipp ( Freund von Lina, der zu Besuch war),Lina und ich uns an einem verlängerten Wochenende auf den Weg um diese zu sehen. Diese Schildkrötenart die wir sehen wollten, wird bis zu 200 Jahre alt und brütet nur an 5 Stränden auf der ganzen Erde. Also ein tolles Ereignis das wir uns nicht entgehen lassen wollten. Doch an den schönen Stränden von San Juan del Sur angekommen stellten wurde uns schnell von einer netten Schildkrötenführerin mitgeteilt, dass es genau an diesem Wochenende keine Schildkröten geben würde, da Vollmond war und die Tiere bei viel Licht nicht an den Strand kommen um ihre Eier abzulegen. Es hat zwar nicht geklappt trotzdem hatten wir ein tolles Wochenende mit fantastischen Sonnenuntergängen, hohen Wellen und schöner Live Musik. Nur viel Helloween am letzten Abend leider ins Wasser, da es in strömen Regnete und somit die Horrorshow von einem verrückten Kanadier abgebrochen werden musste.

Der weisse Wasserfall:

An zwei Wochenenden sind wir an einen wunderschönen Wasserfall gefahren um schwimmen zu gehen und die Natur zu genießen. Der Wasserfall ist bestimmt 20 Meter hoch und das Wasser ist glasklar. Hinter der riesigen Wasserfontäne befindet sich eine Höhle mit Fledermäusen, von der man eine großartige Aussicht auf die blühende Umgebung hat. Im Moment ist hier nämlich die Regenzeit ausgebrochen, Abends wird es bei 24 Grad sogar manchmal richtig kalt. Außerdem scheint die Tier und Pflanzenwelt zu explodieren!!

In der nächsten Woche werde ich für zwei Monate verreisen aber ich werde versuchen alles auf dem laufenden zu halten auch wenn ich das im letzen Monat nicht so gemacht habe.

Ich grüße wie immer alle die ich Lieb habe und alle die mich Lieb haben

Euer Tim

Samstag, 7. November 2009

Bilder des Monats Oktobers










Mirte und ihr Vater

Der "weiße Wasserfall" (cascada blanca)






Kochunterricht


Der Geburtstag meiner Schule

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Horrorfilm und Porno


Buenas dias,
es ist leider wieder sehr viel Zeit seit meinem letzten Bericht vergangen, das liegt unter anderem daran dass ich im Urlaub war und dass ich Geburtstag hatte. In diesem Sinne noch vielen Dank an alle, für die ganzen Geburtstagsgrüße, Briefe und Pakete. Dann fange ich am besten mal an:

Die Woche vor der Unabhängigkeitswoche in Nicaragua (7.9.- 13.9.2009):


Am Mittwoch haben wir Mirtes Geburtstag bei uns nach gefeiert, unser Geschenk für sie war ein Pinata. Eine Pinata ist eine Figur, in diesem Falle Tigger von Winni Poo, mit vielen Süßigkeiten im Bauch, auf die das Geburtstagskind solange einschlagen muss bis alle Süßigkeiten heraus fliegen. Jedenfalls war es ein großer Spaß und wir haben viel gelacht.
Das Wochenende war das letzte Wochenende für die amerikanische Mitbewohnerin
von Vivi und Lina, Elisa. Aus diesem Anlass feierte sie eine Abschiedsparty, und ich denke Vivi und Lina waren traurig dass Elisa ging, da sie mit Angie der anderen Amerikanerin nicht auf der gleichen Wellenlänge sind.


Die Unabhängigkeitswoche 14.9. - 20.9. 2009:

Am Montagmorgen mussten Barbara und ich ins große Baseballstadion in Matagalpa, um uns für die große Unabhängigkeitsparade zu Versammeln, an der alle Schulen in der Stadt teilnahmen. Auf der großen Wiese gab es Trommler und halbnackte 15-jährige Mädchen, die mit ihren tänzen die Stimmung anheizten. Nach ein paar großen, langen Reden und dem impulsiven Singen der Nationalhymne gingen wir dann endlich los und zogen durch die ganze Stadt. Am Straßenrand standen viele Leute, die zu meiner Überraschung applaudierten wenn wir kamen, da wir die einzige Gruppe mit behinderten Kindern waren. Am Nachmittag gab es dann noch viele Feiern, bei denen anscheinende viel Alkohol floss, was darin endete das lauter schwankende Männer unsere Straße passierten.


Am Abend war dann meine eigene kleine Geburtstagsfeier mit eine paar Nicas, Holländern und Deutschen. Insgesamt war es eine schöne Feier mit zu viel Nudelsalat, einer Spongbob-Piniata und Gitarrenmusik. Um 12 Uhr habe ich dann mein Geschenk von Lina und Vivi bekommen, einen spanischen Porno mit dem Namen „ Die Jungfrau Oma – 80 Jahre Erfahrung im Körper einer 20-jährigen“ und dazu noch eine Fotostory, wie sie auf die Idee für das Geschenk gekommen sind.


Am nächsten Morgen fuhren Lina,Vivi und ich in den Urlaub, nach San Juan del sur ans Meer ge. Um aus diesem Urlaub erzählen zu können ist es wohl am Besten die einzelnen Charaktere genauer zu beschreiben:

Keyla( ca. 34 Jahre):
Aufmerksame Leser meines Bloges kennen Keyla bereits, mit ihr hatten wir nämlich einen sehr schönen Abend in Matagalpa. Und wie es der Zufall wollte habe ich Keyla wieder in San Juan getroffen, als sie gerade mit ihrer großen Sonnenbrille und einem Glas Rum den Sonnenuntergang genoss. Die Neuseeländerin Keyla arbeitet in London beim Fernsehen und erholt sich nun bei einer dreimonatigen Reise in Mittelamerika. Sie ist zwar schon etwas älter als wir, aber trotzdem fröhlich und jung geblieben. Zudem kann sie ordentlich trinken und hat jeden Abend mit einen anderen Nica spass. Nach einem Aufenthalt auf der Insel Ometepe war sie nun in San Juan gelandet, und war wie wir von den schönen und einsamen Stränden dort begeistert. Außerdem hat sie uns ihr Geheimrezept gegen einen Karter verraten, was ich hier nun für alle exklusiv auf meinem Blog veröffentliche:
Zuerst die große Sonnenbrille anziehen, dann ein großes Frühstück, danach Schwimmen und wieder ein Bier trinken. Das wichtige hierbei ist natürlich das Bier und wenn eins nicht reicht, noch eins.
Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber bei ihr scheint es gut zu klappen.


Kahn und seine Freundin ( beide um die 25 Jahre):
Kahn ist eine Freund von Angie (Mitbewohnerin von Lina und Vivi) und wohl der einzige Türke in Nicaragua. Kaum zu glauben wenn man aus Deutschland kommt. Jedenfalls trafen wir Kahn im Bus nach San Juan del Sur mit seiner Freundin, die ihn aus Istanbul für 2 Wochen besuchen gekommen ist. Doch das Treffen im Bus sollte nicht das einzige bleiben, da die beiden ebenfalls nach San Juan fuhren, jedoch wollten sie dort ein romantische Zeit verbringen. Wir trafen sie noch mindestens 5 mal:


Am ersten Tag vor unserem Hostel
Am zweiten Tag an einem abgelegenen Strand
Am dritten Tag an einem anderen abgelegenen Strand
Am vierten Tag vor einem anderen Hostel
Am letzten Tag im Bus auf der Rückfahrt

Ich möchte an dieser Stelle sagen, dass wir sie wirklich immer nur aus Zufall getroffen haben und dass diese Strände wirklich abgelegen waren.
Zudem lernte wir auf diese Weise Kahns Freundin kennen und bekamen ein sehr gutes Bild von den Türken, da sie überaus nett war.

Roberto ( ca. 34 Jahre):
Roberto kommt genau wie Keyla aus Neuseeland und lebt jetzt in London. Der unterschied ist, dass er eine Weltreise macht und ihm aber leider das Geld ausgegangen ist, weshalb er nun in Nicargua hängen geblieben ist, und dort bis zum Verfall seines Weltreisetickets in San Juan etwas surft.
Roberto arbeitete als Krankenschwester in Neuseeland und nun als Kellner in London. Er ist wie Keyla sehr lustig, hat leicht graue Haare und möchte ein Kinderbuch schreiben über Mäuse und Ratten die im Londoner Untergrund Abenteuer erleben. Keyla und er waren das Perfekte Team für einen guten Urlaub.


Der verrückte Doktor (ca. 71 Jahre):
Da die Informationen die ich nun schreibe, strengster Geheimhaltung unterliegen muss ich Namen und einige Daten verändern. Wenn ihr diese Worte lest könnte es sein dass ich eventuell bereits verschleppt, geflohen, gekidnappt oder tot bin. Aus diesen Gründen spreche ich auch nur noch von Dr. Frankenstein. Also die Geschichte fängt so an dass wir in unserem Urlaub nicht immer nur in der Sonne liegen wollten sondern auch ein bisschen Kultur des Landes entdecken wollten, aus diesem Grund beschlossen wir zu einer Uralten Höhlenmalerei zu gehen die in der Nähe eines Wasserfall liegen sollte. Doch schon nach einiger Zeit mussten wir feststellen das die Beschreibung in unserem Reiseführer keinen Sinn ergab und die Nicas nicht im angehen wussten wovon wir sprachen. Später stellte sich heraus das es diese Malerei wo gibt aber kein Nica genau weiß wo sie genau ist. Da wir aber nicht so einfach aufhören wollten zu wandern, suchten wir uns einfach ein neues Ziel und zwar eine riesige Jesus Statue die über die Bucht San Juan wacht. Nach einem steilen Anstieg und einigen Anstrengungen waren wir endlich oben angekommen und hatten einen wunderbaren Ausblick. Als wir es nach kurzer Seit satt hatten an Jesus Füßen zu verweilen gingen wir über einen abgelegenen Weg, an eine noch viel abgelegenere Bucht die wir vom später noch viel weiter abgelegenen Jesus gesehen hatten. Auf den Weg gab uns Vivi kurz noch die Information mit das man bloß nicht die Hauptwege verlassen dürfe da es noch alte Mine aus dem Bürgerkrieg gäbe. Leider waren wir schon längst auf dem Weg und zum umkehren war es auch zu spät. Als wir dann ohne tödliche Wunden in der abgelegenen Bucht ankamen begegneten wir Pelikanen, toten Kugelfischen und einer Frau die uns davon abriet in der Bucht schwimmen zu gehen. Lina tat es trotzdem (Dazu später noch mehr). Nach 2 Stunden in der Sonne liegen beschlossen wir dann doch die weite Heimreise anzutreten. Als wir von der Bucht über einen Weg voll mit Schmetterlingen wieder auf eine größere Straße kamen hielten wir einen ca. 71 jährigen Amerikaner an der zu uns meinte das es uns nach San Juan müsste aber vorher wolle er noch an seinen Strand. Voll auf begeistert dass wir eine Mitfahrgelegenheit gefunden hatten, und sogar noch die Chance auf Schwimmen bestand, hüpften sofort auf die Ladefläche des Trucks, ohne zu wissen was uns erwarten würde. Als wir am Strand ankamen, stellte sich schnell heraus das Amerikaner, gar kein Amerikaner war, sondern Deutscher. Der alte Mann hatte uns einfach verarscht. Im Weiteren erfuhren wir das er Doktor ist und nicht mehr nach Deutschland kann weil er dort gesucht wird. Hier in Nicaragua hat er ein großes Haus mit Swimmingpool und einigen gekauften Frauen, die durch seine Stammzellenklinig finanziert werden. Ja, der gute Mann arbeitet nämlich mit Stammzellen und darüber auch schon ein paar Bücher geschrieben. Aber was ihn an diesem Tag wohl am meisten interessierte war Lina, der er nahe lege doch ein Kind bekommen, da sie gute Gene hätte. Dr. Frankenstein schien etwas verrückt zu sein aber Genie und Wahnsinn liegen meistens nah beieinander. Ein Genie war er weil mindestens 100 Sprachen sprach und sich mit jedem der Anwesenden, darunter auch zwei Türken in seiner Mutter sprach unterhalten konnte.
Obwohl wir uns nicht ganz wohl fühlten tranken wir mit ihm Champagner und schwammen im Pool. Nebenbei führten wir noch einige Gespräche in denen wir erfuhren das die Bucht in der wir zuvor waren, für das Abwasser ist und das dort Chemikalien im Wasser sind. Nach einem kurzen Bad im Meer fuhren wir dann schließlich nach Hause und nahmen einen kleinen Umweg, der Gefühlte zwei Stunden dauerte, für eine Strecke die normalerweise eine halbe Stunde dauert. So saßen wir mit etwas Angst, unter großem Sternenhimmel und bangten um unsere Stammzellen.
Wir Leben noch, aber was letztendlich mit unseren Stammzellen passiert ist, weiß nur der verrückte Doktor.


Lina, Vivi und Ich (ca. 20 Jahre):
Fangen wir mit Lina an, die zweimal unseren Schlüssel verschlammt hat und einen Unfall auf einem Surfbrett hatte, so das ihr Mund wie nach eine Botoxbehandlung aussah
.
Dann Vivi, die bei einem Lagerfeuer am Strand zehn mal das gleiche erzählt hat und der die Nicas immer Meerjungfrau hinter her riefen .

Und nun ich, der es nicht mal eine Nacht in einem Hundehüttenhotel aushielt und dem die Sonne die Ohren Kaminrot färbte.


Insgesamt war es eine sehr schöne Woche und ich grüße in diesem Sinne immer alle die mich Lieb haben und alle die ich Lieb hab.

Hasta luego
Euer Tim

Montag, 7. September 2009

Jetzt wird sauber gemacht!

Hallo alles zusammen,

und schon wieder ist eine Woche um und es kommt mir so vor als ob es nichts wirkliches zu Berichten gibt, da einige Sachen hier schon sehr gewöhnlich geworden sind. Aber trotzdem fange ich einfach mal an:


Montag 31.8.2009:

Am Montag lag ich nach der Schule erstmal in der Sonne um meinen weißen Körper zu bräunen.
Die Sonne steht hier genau senkrecht über uns und scheint schön in unseren Patio. Im Allgemeinen kann man hier jedoch nicht lange in der Sonne liegen, da es sehr schnell sehr heiß wird. Die Sonne geht hier auch wirklich um 6.00 Uhr auf und um 18.00 Uhr unter. Dann ist es stockduster, jedoch war diese Woche Vollmond und ein riesiger Mond, wie ich ihn bisher noch nicht gesehen hab erhellt die Nacht.


Dienstag 1.9.2009:

Am Dienstag teilte mir meine Lehrerin mit, dass alle Lehrer am morgigen Tag die Schule säubern würde um der Schweinegrippe vorzubeugen. Sie sagte immer wieder zu mir dass ich in Shorts kommen müsste und lachte sich dabei fröhlich kaputt, jedoch wusste ich nicht was dieses Lachen zu bedeuten hatte. Am Abend ging ich dann zur Aerobic und danach wollten Lina und ich noch auf den Basketballplatz um ein paar Körbe zu werfen, leider wurde der Platz gerade zum Fußball spielen genutzt und so guckten wir zu, statt selber was zu machen.


Mittwoch 2.9.2009:

Am Mittwoch war dann der Tag der großen Schweinegrippe-Putzaktion, und natürlich ging ich wie meine Lehrerin befohlen hatte in Shorts in die Schule. Also mit einer ganz normalen kurzen Hose, die ich vom Handballspielen habe, aber so was trägt hier niemand. In der Schule angekommen wusste ich dann auch warum meine Lehrerin immer so gelacht hatte wenn sie von den Shorts sprach. Da zum Putzen fast nur Frauen gekommen waren, hatte ich nun die ganze Zeit beim putzen eine Schar von Frauen hinter mir stehen die mir auf den Hintern schaute. Im Großen und Ganzen war die Putzaktion doch sehr lustig, da der ganze Klassenraum ausgeräumt wurde und einfach alle Wände und der Boden mit Wasser besprüht wurden, inklusive alle Leute die mit im Raum waren, aber bei der Hitze eine willkommene Abkühlung.


Donnerstag 3.2.2009:

Am Donnerstag backte ich mit ein paar Kindern und einen Lehrerin Plätzchen. Als ich der Lehrerin dann erzähle dass man in Deutschland eigentlich nur in der Weihnachtszeit Plätzchen backt, war sie so erfreut dass sie eine große Kiste mit Weihnachtsförmchen holte und wir bei 30 Grad im September Schneemänner, Weihnachtsmänner und Sterne backten. Am Abend ging ich dann alleine zur Aerobic weil Lina und Vivi mit Cepat einer Organisation für Straßenkinder in die Berge gefahren waren.


Freitag 4.2.2009:

Am Freitagabend kamen Lina und Vivi zu uns, und wir beschlossen spontan noch etwas tanzen zu gehen. Babara wollte leider nicht mitkommen und so zogen wir zu dritt los. Im Club Paraiso rappten dann zwei etwas dickere DJ ´s mit dicken Jacken und coolen Sonnenbrillen für uns und zwei leicht bekleidete Latinomädchen wackelten mit allem was an einer Frau so wackeln kann zu dem spanischen Hardcorerap. In dem Club traffen wir dann noch ein paar andere Deutsche die aber nur auf der Durchreise waren.


Samstag 5.2.2009:

Am Samstag trafen Barbara und ich uns dann mit Diana, Dinas Nichte und Mirte umd für Mirte ein Bett kaufen zu gehen. Ein Bett haben wir dann nicht gekauft weil die meisten zu teuer und richtig schlecht waren, deshalb werden wir jetzt wahrscheinlich selber ein Bett bauen. Jedoch beschlossen wir nach unserem kleinen Shoppingtag bei dem jeder noch etwas zum Anziehen fand, bei uns Pfannekuchen zu machen. Mirte lud noch eine holländische Freundin ein, die Froukje heißt und schon nach kurzer Zeit mit einer Flasche Wein bei uns vor der Türe stand. Wir verstanden uns alle super und Mirte fühlte sich gleich Zuhause. Am Ende tanzten wir noch alle Fröhlich in durch das Haus und gingen danach ins Artesanos, wo gegenüber eine große Party stieg und lauter aufgebrezelte Nicas über die Straßen liefen.


Sonntag 6.2.2009:

Am Sonntag hatte ich mich Mirte und Froukje zum schwimmen verabredet, jedoch machte uns das Wetter einen strich durch die Rechnung. Deshalb gingen Barbara und ich dann am Abend mit Froukje eine Pizza essen. Auf dem Weg zur Pizzeria gingen wir noch über das große Reiterfest, die Straßen waren deshalb auch gefüllt von lauter Nicas in Coweboysachen. In der Pizzeria war es dann sehr voll und wir durften eine Stunde auf unsere Pizza warten, aber wir hatten eine Menge Spaß mit Froukje.

Nächste Woche werde ich dann wahrscheinlich auch mit Froukje zum Basketball gehen.


Ich grüße wie immer alle die mich lieb haben und alle die ich lieb hab.


Euer Tim

Donnerstag, 3. September 2009

Holland und Deutschland

Buenos dias todos,
und wieder ist eine Woche herum, die Zeit vergeht hier so schnell. Dass liegt wahrscheinlich an den vielen Sachen die hier passieren:


Montag 24.8.2009:

Am Montag bin ich schon wieder völlig umsonst in die Schule gegangen, da die Lehrer schon wieder am Streiken waren. So hatte ich also Zeit das Haus und meine Sachen zu säubern und zu putzen. Am Abend beschloss ich dann in das Fitnessstudio um die Ecke zu gehen, und als ich drin war ging ich auch schon wieder nach Hause. Dieser Bodybuildingsaal war nicht das was ich mir vorgestellt hatte, lauter Kerle die doppelt so breit und groß wie ich waren. Ich weiß auch nicht wo die sich die ganze Zeit versteckt hatten.Leider waren auch alle Geräte auf diese Typen eingestellt, d.h. es gab nicht mal ein Gewicht was ich ansatzweise hätten heben können und der Bereich der genau richtig für mich gewesen wäre, war nur für Frauen. So ging sofort wieder
nach Haus und trainierte dortt meine jämmerlichen schwachen Muskeln.


Dienstag 25.8.2009:

Am Dienstag hatte ich dann wieder Schule und meine Lehrerin berichtet mir dass der Streik vorbei wäre, da die Stadt endlich gezahlt hätte. Und somit hatte ich nach langer Zeit wieder einen ganz normalen Schultag. Um den Frust vom Vortag entgegen zu wirken, ging ich am Abend mit Lina und Vivi zur Aerobic. Dort durfte ich dann feststellen dass ich und der Lehrer die einzigen Männer im Kurs sind nur dass der Aerobiclehrer halb so groß wie ich ist und sich wahrscheinlich besser als Shakira bewegen kann. Nach einer Stunde, die aus einem Mix von Ballett, Salsa und anderer Akrobatik bestand, ging ich fix und fertig nach Hause. Im Bett fühlte ich mich als ob ich zu kurze Sehnen und und zu große Knochen hätte, aber im Grunde hatte es Spaß gemacht. Trotzdem werde ich bald wohl zum Basketball gehen.


Mittwoch 26.8.2009:

Am Mittwoch ging ich Mittags mit Lina auf den Guanuka-Markt. Dieser Markt liegt einmal über den Berg und ist der größte Markt in Matagalpa, dort gibt es einfach alles von Betten bis zu Gemüse. Lina und ich kauften alles ein was wir für unser Abendessen brauchten ich kaufte mir noch ein schönes T-Shirt. Am Abend kochten wir dann bei Lina und Vivi, das Essen war sehr lecker und der Tag war ebenfalls richtig schön gewesen.


Donnerstag 27.8.2009:

Am Donnerstag hatte ich dann eine Parade mit meiner Schule, die wir schon die zwei Tage davor vorbereitet hatten. Die Parade wurde gemacht, da diese Woche die Woche für behinderte Kinder war. Am Anfang versammelten sich alle Kinder vor der Schule auf der Straße ich passte auf Oliver den blinden Jungen auf. Die Parade war riesig, da sie nicht nur für Schüler war sondern auch für Freunde der Schule, deshalb ging auch eine große Trommlergruppe mit, die für ordentlichen lärm sorgte. Wir gingen von unserer Schule in die Innenstadt und überall standen Leute am Straßenrand um zu gucken. Ich ging mit Oliver bis wir an der großen Kirche in Matagalpa ankamen, wo noch ein paar Reden gehalten wurden und sich das Ganze dann auflöste. Am Abend hatte ich wieder Aerobic und danach kochten wir mit Vivi und Lina Milchreis bei uns.


Freitag 28.8.2009

Am Freitag hatte ich dann frei, weil hier am letzten Freitag im Monat immer alle Schulen frei haben. Also habe ich die zeit genutzt um Barbara einen kleinen Ofen für umgerechnet 7 Euro zu kaufen. Bei dem Ofen fehlte zwar noch das Gitter aber das ließ sich schnell besorgen. Am Abend wollten wir dann natürlich unseren neuen Ofen ausprobieren und backten einen Kuchen, der leider etwas missglückte. Man sollte schon das richtige Rezept wissen wenn man einen Kuchen macht, aber jetzt wissen wenigsten das der Ofen funktioniert.


Samstag 29.9.2009

Am Samstag haben wir dann noch ein Regal für Barbara und eins für unseren Wasserfilter gebaut. Und während wir so am bauen waren stand plötzlich Mirte vor unserer Haustür. Mirte ist eine Holländerin die zur Zeit noch in einer Gastfamilie lebt , einen Sprachkurs bei Matagalpa Tours macht und sich sehr für unser freies Zimmer interessiert hat. Sie hatte sich das Zimmer auch schon einmal angeuckt und wollte uns nun mit einer Packung Chips verkünden dass sie einzieht. Diese Nachricht hat mich und Barbara sehr erfreut, da Mirte einen sehr netten Eindruck macht, leider wird sie nur für drei Monate bei uns wohnen. Am Abend kamen dann mal wieder, was für ein Zufall, Vivi und Lina vorbei. Vivi war krank, sie hatte einen starken Ausschlag und wollte nicht bei der Party sein die in ihrem Haus stieg. Deshalb ging ich dann mit Lina die unbedingt noch etwas machen wollte auf die Party. Vivi und Barbara blieben in unserem Haus und ich ging über ein Maisfest zu der Party. Die Party war schon voll im gange als wir ankamen und bestand aus einer Mischung von Nicas und Amerikanern. Der Abend wurde noch sehr lustig, alle waren sehr nett und so fuhren wir mit einem Truck noch in eine Disco um zu tanzen. Alle hatten ihren Spaß und ich habe viele Leute kennen lernen dürfen.


Vivi musste dann am nächsten Tag ins Krankenhaus wegen ihrer Ausschlags, aber es war nichts schlimmes und es geht ihr schon wieder gut.


Ich grüße wie immer alle die ich lieb hab und alle die mich lieb haben!!


Euer Tim

Montag, 24. August 2009

Mäusejagd

Hola alle zusammen,


jetzt ist ein Monat herum und mittlerweile kann ich sagen dass ich angekommen bin. Unser Haus ist wesentlich wohnlicher geworden und auch unser Freundeskreis hat sich erweitert. Und hier der Bericht der einzelnen Tage:


Montag 17.8.2009

Am Montag hatte ich wie immer Projekt und die ersten zwei Stunden wurde Sport gemacht. Der Sportunterricht findet immer auf dem überdachten Schulhof Stadt, als erstes werden immer die obligatorischen Aufwärmübungen gemacht. Diese Übungen sind Vorschrift im Schulsystem von Nicaragua und sehen aus wie Gymnastik auf 3sat (Lustige Kopf- und Mundbewegungen). Danach werden meistens Laufübungen gemacht, wie zum Beispiel Staffellauf oder Sprinten. Und dann kommen Geschicklichkeitsübungen, wie Purzelbaum schlagen auf Rosa-Blümchen-Matten. Ansonsten habe ich mich danach wie immer um Oliver, den blinden Jungen, gekümmert. Am Ende des Schultage erzählte mir meine Lehrerin dann noch dass alle Lehrer meiner Schule am Nachmittag demonstrieren gehen würden, da die Stadt keine Geld für den Monat Juli gezahlt hatte. Ich hatte am Nachmittag dann Sprachkurs und am Abend habe ich mit Barbara noch einen Film geguckt.

Dienstag 18.8.2009

Am Dienstag bin ich dann wie jeden Tag um 6.00 Uhr aufgestanden und um 7.15 Uhr stand ich wie immer voll motiviert bei der Schule auf der Matte. Nur dass ich der einzige war der dort stand, niemand war da, außer meiner Lehrerin die mir mit trauriger Mine erklärte dass die Stadt nicht zahlen würde und sie deshalb streiken müssten. So hatte ich also einen freien Tag den ich nutze um in das erste mal nach fast einem Monat in der Sonne zu liegen. Danach erledigte ich noch ein paar Dinge im Haus und am Nachmittag beim Sprachkurs bekamen wir einen Wasserfilter den wir bei Matagalpa Tours bestellt hatten. Am Abend probierten wir diesen direkt aus und stellten fest dass, das Wasser ziemlich nach Ton schmeckte, ein bisschen als wenn man es aus den Krügen der Ureinwohner trinken würde. Doch mittlerweile schmeckt das Wasser ausgezeichnet und wir werden nie wieder Wasser kaufen müssen.

Mittwoch 19.8.2009

Am Mittwoch hatte ich dann wieder Schule und es war ein sehr lustiger Tag, da die Lehrerin den Klassenraum aufräumte und sich herausstellte dass wohl für eine länger Zeit, Mäuse in einer Kiste gelebt hatten. Diese zwei Mäuse liefen dann im ganzen Raum herum, die Mädchen standen auf den Tischen und kreischten wie verrückt, die Jungen nahmen die Lineare für die Tafel und schlugen auf die Mäuse ein und die Lehrerin lachte vergnügt wie in einem Horrorfilm und feuerte die Jungen so lange an bis die Mäuse Tod waren und am Schwanz nach draußen getragen wurden. Ich stand fassungslos in all dem Chaos und hatte wohl als einziger ein bisschen Mitleid mit den Mäusen.

Donnerstag 20.8.2009

Am Donnerstag nahm ich dann mit allen Lehrern an einer Fortbildung für Disziplin in der Schule teil. Nach 4 Stunden Vorträgen auf Spanisch war ich total fertig, da es noch ziemlich anstrengend ist dem ganzen zu folgen. Ansonsten passierte an dem Tag nichts besonderes.

Freitag 21.8.2009

Am Freitag ging ich dann schon wieder umsonst in die Schule, da die Stadt immer noch nicht zahlt und die Lehrer wieder streikten. Langsam tut es mir wirklich Leid für die Kinder, die keinen Unterricht bekommen und für die Lehrerinnen, die ihre Familien von dem Geld ernähren müssen.
Am Nachmittag so gegen für 17.00 Uhr ging ich dann mit Diana und Keilla, einer andern Schülerin von Diana ein Bierchen im Artesanos trinken um auf das Ende des Sprachkurses anzustoßen. Im Gespräch mit Keilla erfuhr ich dass sie 32 Jahre alt ist, aus Neuseeland kommt, jetzt in Großbritannien fürs Fernsehen arbeitet und im Moment eine sechsmonatige Reise durch Mittelamerika macht. Jedenfalls verstanden wir uns sehr gut und so gab sie mir uns Diana mehrere Bier aus. Später kamen dann noch Barbara, Lina und Vivi dazu und ein zwei andere von Matagalpa Tours. So wurden immer mehr Runden gegeben und am Enden waren es dann auch der ein oder andere Rum. Hier höre ich dann auch auf zu erzählen, aber insgesamt eine sehr lustiger Abend.

Samstag 22.8.2009
Nach 4 Stunden Schlaf ging es dann am Samstag los auf unsere Regenwaldwanderung. Freddy einer von Matagalpa Tours hatte uns nämlich Angeboten mit ihm kostenlos wandern zu gehen. Also fuhren wir dann am Samstag morgen mit einem Bus raus aus Matagalpa in die Berge und von da aus ging es dann in den Wald. Ich war sehr müde und durfte den Rucksack mit unserem ganzen Proviant schleppen, und es ging dann auch noch sehr steil den Berg hoch. Aber die Natur war so schön dass mir all meine Qualen schon nach kurzer Zeit nichts mehr aus machten. Wir sahen einen Tucan (Vogel), Kolibries und hörten Brüllaffen. Außerdem kamen wir an der ältesten Eiche in Mittelamerika vorbei. Fünfhundert Jahre alt und 60 Meter hoch, sehr beeindruckend. Im ganzen Wald gab es zudem viel Bäche und schöne Pflanzen. Besonders schön war es dann im Regenwald leckere Früchte zu essen. Am ende unserer Wanderung kamen wir sogar noch an eine Kaffeeplantage die mitten im Wald lag. Nach einer Wanderung von 5 Stunden mit einem sehr netten Führer fuhren wir dann wieder zurück. Auf dem Rückweg war ich so müde das ich im Bus von meinem Sitz gefallen bin, worüber sich einige Nicas sehr amüsierten. Danach ging es dann auch erst einmal ins Bett. Am Abend sind Babara und ich dann noch was essen gegangen und durch Zufall spielte eine Band nationale Lieder, die dem ganzen Essen einen schönes Ambiente verliehen.

Das war es dann auch erst einmal für diese Woche. Es ist natürlich noch viel mehr passiert aber es ist einfach so viel dass ich nicht alles erzählen kann.


Ich grüße wie immer alle die mich Lieb haben und alle die ich Lieb hab.




Hasta luego
Euer Tim